Fachwissen für digitale Entscheidungen
Lohnt sich ein KI-Chatbot für den eigenen Support?
Kurzantwort
Die Voraussetzung
Ein Chatbot antwortet aus Ihren Unterlagen. Sind diese unvollständig, widersprüchlich oder veraltet, antwortet er entsprechend – nur schneller und selbstbewusster.
Prüfen Sie zuerst: Gibt es zu den zwanzig häufigsten Fragen jeweils eine aktuelle, eindeutige Antwort? Wenn nein, ist das der erste Schritt, nicht der Bot.
Was gut funktioniert
- Wiederkehrende Sachfragen mit eindeutiger Antwort
- Auskunft rund um die Uhr
- Verweis auf die richtige Stelle in der Dokumentation
- Vorqualifizierung, bevor an Menschen übergeben wird
Was nicht funktioniert
- Zusagen zu Preisen, Terminen oder Konditionen
- Individuelle Vertragsfragen
- Alles, was Ermessen erfordert
- Beschwerden – hier will niemand mit einer Maschine sprechen
Pflicht: die Übergabe an Menschen
Ein Bot muss jederzeit an eine Person übergeben können, und der Weg dorthin darf nicht versteckt sein. Ein Bot, aus dem man nicht herauskommt, kostet Kunden.
Rechtlicher Hinweis
Ab dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten des EU AI Act: Ein Chatbot muss erkennbar machen, dass man mit einer Maschine spricht. Das gehört sichtbar in die Oberfläche, nicht in die Datenschutzerklärung.
Realistische Erwartung
Ein gut gebauter Bot beantwortet einen Teil der Anfragen selbstständig und bereitet den Rest vor. Er ersetzt keinen Support – er verschafft ihm Zeit für die Fälle, die wirklich jemanden brauchen.
Kernfakten
- Voraussetzung
- Gepflegte, eindeutige Dokumentation
- Pflicht
- Jederzeit sichtbare Übergabe an Menschen
- Ab 2. August 2026
- Kennzeichnungspflicht nach EU AI Act
Quellen
Alle externen Angaben nachvollziehbar belegt.-
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KI-Verordnung (Verordnung (EU) 2024/1689) Amt für Veröffentlichungen der EU