Fachwissen für digitale Entscheidungen
Wie läuft die Ablösung eines Altsystems ab?
Kurzantwort
Die drei Vorgehensweisen
Stichtag. Am Freitag alt, am Montag neu. Klingt einfach, ist die riskanteste Variante: Alle Probleme treten gleichzeitig auf, unter Zeitdruck, und ein Zurück gibt es kaum.
Parallelbetrieb. Beide Systeme laufen, ein Bereich nach dem anderen zieht um. Aufwendiger, aber jeder Schritt ist umkehrbar.
Nebeneinander mit Zwischenschicht. Neue Funktionen entstehen im neuen System, das alte bleibt für den Rest. Über eine Zwischenschicht merken die Nutzer nichts davon. Aufwendig, aber bei grossen Systemen oft der einzig gangbare Weg.
Was den Umzug wirklich schwer macht
Nicht die Technik – die Datenqualität. Über Jahre gewachsene Bestände enthalten Dubletten, veraltete Einträge, Werte in falschen Feldern und Sonderfälle, die nur eine Person erklären kann.
Diese Arbeit kann Ihnen niemand abnehmen. Sie sollte früh beginnen, nicht in der letzten Woche.
Die Reihenfolge, die sich bewährt hat
- Bestandsaufnahme: was gibt es, was wird wirklich gebraucht
- Bereinigen – im Altsystem, vor dem Umzug
- Testimport in eine Testumgebung
- Stichprobenprüfung durch den Fachbereich
- Umzug eines ersten Bereichs, produktiv
- Nach Stabilisierung: die weiteren Bereiche
Was in keinem Plan steht
Der Zeitraum nach dem Umzug. Rechnen Sie mit mehreren Wochen erhöhtem Aufwand: Rückfragen, kleine Korrekturen, Gewöhnung. Wer das nicht einplant, erlebt die Umstellung als Chaos, obwohl sie normal verläuft.
Kernfakten
- Empfohlen
- Parallelbetrieb, Bereich für Bereich
- Riskanteste Variante
- Umstellung an einem Stichtag
- Grösster Aufwand
- Bereinigung der Altdaten