Frage Nachvollziehbar belegt

Fachwissen für digitale Entscheidungen

Welche Software braucht der Grosshandel?

Kurzantwort

Der Kern ist die Warenwirtschaft: Bestände, Bestellungen, Lieferanten, Preise. Individuelle Entwicklung wird dort interessant, wo Standardsysteme an Grenzen stossen – kundenspezifische Preislisten, Staffelungen, Rahmenverträge, EDI-Anbindungen und Kundenportale mit eigenen Konditionen.

Wo Standard reicht

Bestandsführung, Bestellwesen und Fakturierung bilden viele Warenwirtschaftssysteme gut ab. Diese neu zu bauen ist selten sinnvoll.

Wo es individuell wird

Preislogik. Kundenspezifische Preise, Staffeln, Aktionen, Rahmenverträge, Mindestabnahmen – hier weicht fast jeder Grosshändler vom Standard ab.

Kundenportal. Bestellen mit eigenen Konditionen, eigene Artikelnummern, Bestellhistorie, Verfügbarkeit in Echtzeit.

EDI. Der elektronische Austausch von Bestellungen und Lieferscheinen mit grossen Kunden. Häufig eine Voraussetzung, um überhaupt liefern zu dürfen.

Auswertungen. Deckungsbeitrag je Kunde, Artikel und Region – meist die Frage, die das Standardsystem nicht beantwortet.

Der häufigste Engpass

Artikelstammdaten. Unterschiedliche Bezeichnungen, fehlende Masse und Gewichte, uneinheitliche Einheiten. Jedes Portal und jede EDI-Anbindung deckt diese Lücken sofort auf.

Wer ein Kundenportal plant, sollte mit den Stammdaten beginnen, nicht mit der Oberfläche.

Ein realistischer Zuschnitt

Warenwirtschaft behalten, Portal und Preislogik individuell ergänzen, über Schnittstellen verbinden. Das ist fast immer wirtschaftlicher als der Versuch, alles zu ersetzen.

Kernfakten

Individuell lohnt sich bei
Preislogik, Kundenportal, EDI
Häufigster Engpass
Qualität der Artikelstammdaten

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