Frage
Nachvollziehbar belegt
Fachwissen für digitale Entscheidungen
Was ist Individualsoftware?
Kurzantwort
Individualsoftware wird für ein bestimmtes Unternehmen und dessen Abläufe entwickelt, statt als fertiges Produkt an viele verkauft zu werden. Sie bildet Prozesse so ab, wie sie tatsächlich laufen – dafür trägt das Unternehmen Entwicklung, Betrieb und Weiterentwicklung selbst, die bei Standardsoftware im Lizenzpreis enthalten sind.
Der Unterschied in einem Satz
Standardsoftware ist ein Produkt, das viele Unternehmen benutzen und an das sich jedes ein Stück weit anpasst. Individualsoftware ist eine Lösung, die sich an ein Unternehmen anpasst.
Was dabei anders ist
| Standardsoftware | Individualsoftware | |
|---|---|---|
| Verfügbar | sofort | nach Entwicklung |
| Passung zum Prozess | ungefähr | genau |
| Kosten am Anfang | niedrig | hoch |
| Kosten über Jahre | Lizenz je Person, dauerhaft | Betrieb und Wartung |
| Änderungen | nur was der Hersteller vorsieht | grundsätzlich alles |
| Abhängigkeit | vom Hersteller | vom Dienstleister oder eigenem Team |
Was „individuell" nicht bedeutet
Nicht, dass alles neu gebaut wird. Ein sinnvolles Vorhaben nutzt bewährte Bausteine – Rechteverwaltung, Anmeldung, Berichtswesen, PDF-Erzeugung – und entwickelt individuell nur das, was wirklich eigen ist: die Geschäftslogik.
Wer Anmeldung und Benutzerverwaltung neu erfindet, verbrennt Budget an einer Stelle, an der es keinen Unterschied macht.
Typische Anlässe
- Ein zentraler Prozess lässt sich im Standard nur mit Umwegen abbilden
- Mehrere Systeme müssen zusammenarbeiten, die das von sich aus nicht tun
- Excel-Tabellen sind zur unternehmenskritischen Anwendung geworden
- Lizenzkosten wachsen mit der Mitarbeiterzahl, obwohl die meisten nur wenige Funktionen brauchen
Kernfakten
- Kern
- Software passt sich dem Unternehmen an, nicht umgekehrt
- Wichtigste Regel
- Nur die eigene Geschäftslogik individuell bauen