Fachwissen für digitale Entscheidungen
Wie setzt man Löschfristen im CRM praktisch um?
Kurzantwort
Der Aufbau eines Löschkonzepts
Je Datenart drei Angaben:
| Datenart | Frist | Beginnt mit |
|---|---|---|
| Interessent ohne Geschäft | z. B. 2 Jahre | letztem Kontakt |
| Kunde, Vertragsdaten | steuerliche Frist | Ende des Jahres |
| Newsletter-Einwilligung | bis Widerruf | – |
| Bewerbungsdaten | z. B. 6 Monate | Absage |
Die konkreten Fristen hängen vom Einzelfall ab und gehören mit der Datenschutz- und Steuerberatung abgestimmt.
Löschen oder sperren
Rechnungsrelevante Daten dürfen wegen Aufbewahrungspflichten nicht gelöscht werden. Dann gilt: einschränken statt löschen. Der Datensatz bleibt für steuerliche Zwecke erhalten, wird aber für Vertrieb und Marketing gesperrt und erscheint nicht mehr in Auswertungen oder Kampagnen.
Diese Unterscheidung ist der praktisch wichtigste Punkt und fehlt in den meisten Umsetzungen.
Automatisch statt manuell
Ein monatlicher Lauf, der fällige Datensätze bearbeitet und das protokolliert. Von Hand passiert es nicht – nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil niemand täglich Fristen prüft.
Was protokolliert werden sollte
Was wurde wann gelöscht oder gesperrt, auf welcher Grundlage. Ohne Protokoll lässt sich die Umsetzung nicht nachweisen.
Der häufigste Fehler
Löschfristen nur für die Hauptdaten. Vergessen werden Anhänge, E-Mail-Verläufe, Protokolle und Sicherungskopien. Bei Sicherungskopien ist eine Löschung im laufenden Bestand üblich, verbunden mit dem Ausschluss der Wiederverwendung.
Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung.
Kernfakten
- Je Datenart
- Frist und Startereignis festlegen
- Bei Aufbewahrungspflicht
- Einschränken statt löschen
- Umsetzung
- Automatischer Lauf mit Protokoll